In letzter Zeit werden wir von verschiedensten Seiten mit Mythen und Irrglauben Rund um die richtige Ernährung und Gewichtsverlust konfrontiert. Vielleicht haben die guten Vorsätze hier ihre Finger im Spiel.

Ich gehe fünf Mal die Woche joggen und esse kaum etwas. Warum nehme ich trotzdem nicht ab?

Seit Jahr und Tag sind es die gleichen Themen, die uns Frauen beschäftigen – das wird sich nie ändern! Es ist mir ein Anliegen, euch ein paar Tipps mit auf den Weg zu geben und mit ein paar Mythen aufzuräumen. Ich hoffe, dass einige Frauen dadurch weg kommen von diesem nichts essen und einfach nur mager sein zu wollen.

Wir würden uns belügen, wenn wir nicht zugeben würden, immer wieder mal Tage zu haben, an denen die Gedanken zurück kommen vom perfekten Körper und wieso «Ich» diesen nicht besitze. Aber aus eigener Erfahrung sehe ich, dass wenn wir uns eine unverkrampfte Einstellung zulegen und einfach unser Ziel verfolgen, wir einen Schritt vorwärts gehen.

Im Jahre 2010 fing es bei mir an – damals wog ich 78 kg und wollte einfach nur abnehmen. Mein Training bestand zu 80 bis 90% aus Cardio, nebenbei machte ich Zuhause ein wenig Bauch & Po-Übungen gekoppelt mit Programmen wie die von Jilian Michaels. Dazu kam, dass ich rigoros auf meine Ernährung achtete. Vielleich nicht immer auf das, was ich ass, aber stets auf die Menge. Ja ich habe im ganzen 22 kg abgenommen in zwei Jahren! Ja, ich war stolz! Ja, es gefiel mir zu diesem Zeitpunkt – den noch nie konnte ich eine Hose in Grösse 38 schlüpfen oder Sporthosen in Grösse XS anziehen – aber jetzt ging es. Ich war so stolz – und auch ein wenig dumm.

Denn die Frauen, die mir gefielen, waren muskulöser. Ich dagegen war einfach nur dünn, hatte wenig Fett und kaum Muskeln. Als «stark» konnte ich mich beileibe nicht betiteln. Ich war halt einfach mager und man sah daher vieles.

Es brauchte ein gutes Stück Arbeit und Disziplin, damit ich die Waage aus meiner täglichen Routine streichen konnte. Glaubt mir, damals war es ein Zwang! Täglich stellte ich mich zwischen ein und drei mal auf die Waage. Jeden Tag gab’s eine kleine Trainingseinheit, täglich wurden die Kalorien gezählt. Ja, ich war diszipliniert. Ja, ich hatte Erfolg. Aber war ich glücklich? War ich meinem Ziel näher gekommen? Rückblickend kann ich beides mit Nein beantworten. Nichts davon traf zu.

Seit gut 1,5 Jahren bin ich nun auf meinem Gewicht. Gute 10 kg mehr als zur Zeit der Magerphase habe ich auf den Rippen. Und wisst ihr was – ich fühl mich viel besser, stärker und auch um einiges wohler in meiner Haut! Klar, da und dort dürfte sich noch etwas verändern. Ich bin noch lange nicht an meinem Ziel angelangt, aber seit ich nicht mehr so verbissen bin, habe ich wieder Fortschritte verzeichnen können.

Ich esse um einiges mehr Kohlenhydrate als früher. Nein ihr Lieben, die Kohlenhydrahte sind nicht böse und machen euch per se dick. Die helfen euch sogar bei der Regeneration. Achtet einfach darauf, dass ihr mehrheitlich auf langkettige Kohlenhydrate setzt, wie ihr sie beispielsweise in Vollkornprodukten findet.

Dazu kommt, dass ich mir weiterhin meine Naschereien gönne, in vernünftigen Mengen. Früher hätte ich eine ganze Tafel Schokolade verdrückt, und nun ist es halt hie und da mal ein Stückchen. Aber ich finde es wichtig, dass man sich was gönnt und nicht von 100 auf 0 geht.

Achtsamkeit ist ein wichtiger Aspekt des Erfolgs. Sich während ein paar Tagen zu notieren, was man isst, kann sehr hilfreich sein – es darf jedoch nicht zum Zwang werden.

Wenn der Körper nicht genügend Nahrung erhält, wird er zum Kannibalen!

Viele Frauen die abnehmen wollen neigen dazu, exzessiv Ausdauertraining zu betreiben und sehr wenig zu essen. Eine tödliche Mischung, die euren Körper zum Kannibalen macht und gesunde Erfolge verhindert. Wenn ihr (Ausdauer)Leistung erbringt, muss der Körper die Energie dafür bereitstellen. Zu wenig Nahrung und kaum Kohlenhydrate lässt dem Körper keine andere Wahl: Fett ist als schneller Energielieferant zu umständlich, Kohlenhydrate sind rar, also müssen die Eiweisse herhalten. Und so beraubt ihr euch im Handumdrehen eurer eigener Muskulatur.

Je mehr Muskeln ihr habt, desto mehr Kalorien verbrennt ihr. Krafttraining gehört somit ins Trainingsprogramm einer jeden, die abnehmen will. Und den Muskel können wir mit Training formen, das Fett hingegen nicht.

Jeder Körper reagiert etwas anders, aber was gleich bleibt ist, dass er bei uns allen zum Kannibalen wird, wenn man ihm zu wenig zu Essen geben. Also bitte, bitte quält euch nicht mit wenig oder gar nichts essen. Verzichtet auch nicht nur auf eine Mahlzeit.

Morgens wie ein Kaiser, Mittags wie ein König und Abends wie ein Bettelsmann.

Dieser Spruch hat immer noch viel wahres. Man kann sagen am Morgen könnt und sollt ihr ordentlich zugreifen. Am Abend hingegen solltet ihr euch achten. Versucht am Abend eher eiweisshaltig zu essen. Kohlenhydrate hingegen sorgen dafür, dass der Körper Insulin ausschüttet. Der Körper kommt damit schwerer in die Regenerationsphase, welche er über Nacht/im Schlaf anstrebt und die so wichtig für uns ist. Dies ist die Phase, in dem er sich weiterentwickelt.

Ich hoffe ich konnte euch ein paar Zusammenhänge aufzeigen, so dass ein Umdenken stattfinden kann. Und nochmals: bitte straft euren Körper nicht, indem ihr ihm die Nahrung vorenthaltet.

Herzlichen Dank, eure

Nadine