Wer rastet der rostet – diese Sprichwort trifft nicht nur im physischen Bereich zu sondern hat auch in kognitiven Belangen seine Gültigkeit. Damit mir das nicht passiert, habe ich heute meine Anmeldung für einen konsekutiven Master-Studiengang zur Post gebracht.

Ab Juni 2016 werde ich während vier Semestern an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) das Studium «Master of Arts in Prävention und Gesundheitsmanagement» absolvieren. Nebst den Pflichtmodulen in strategischer Unternehmensführung und Forschungsmethodik habe ich mich für Studienschwerpunkte in den Fachbereichen Trainings- und Bewegungswissenschaft sowie Ernährungswissenschaft entschieden.

Konkret bedeutet das für den Bereich Trainings- und Bewegungswissenschaft, dass ich mich in den drei Modulen «Schultergürtel und obere Extremitäten», «neurologische Erkrankungen und Wirbelsäule» sowie «Beckengürtel und untere Extremitäten» detailliert mit folgenden Themen beschäftigen werde:

  • Spezifische Biomechanik: Bewegungsmöglichkeiten, Gelenk- und Muskelmechanik, Besonderheiten
  • Ätiologie/Pathogenese ausgewählter Erkrankungen und Verletzungen
  • Indikationsspezifische Assessment- und Testverfahren
  • Qualitätssicherung in der Therapie – Evidenzstufen wissenschaftlicher Studien
  • Evidenzbasierte Therapiestrategien/Erarbeitung von Evaluierungsmöglichkeiten
  • Indizierte/kontraindizierte Übungen des muskulären Aufbautrainings

Im Bereich Ernährungswissenschaft dreht sich die Ausbildung um die drei Module «Energiestoffwechsel», «Sportartspezifische Ernährung» und «spezielle Themen der Sporternährung» mit den unten aufgeführten Themenschwerpunkten:

Energiestoffwechsel

  • Physiologische und biochemische Grundlagen im Sport
  • Überblick Energiestoffwechsel (u. a. hormonelle und enzymatische Regulation)
  • Kohlenhydrat-, Lipid-, Proteinstoffwechsel und deren Vernetzung
  • Bedeutung/Ablauf Zitratzyklus und Atmungskettenphosphorylierung
  • Bedeutung der Funktionszustände des Organismus
  • Einfluss: Makronährstoffzusammensetzung auf körperliche Leistungsfähigkeit

Sportartspezifische Ernährung

  • Grundlagen allgemeiner Nährstoffempfehlungen
  • Zusammenhang zwischen Ernährung und Trainingsphasen
  • Besonderheiten der Ernährung in: Kraft-, Schnellkraft-, Ausdauer-, Spiel- und Kampfsportarten
  • Gesundheitliche Risiken des «Gewichtmachens»
  • Glykogensuperkompensation vor einem Wettkampf
  • Getränke/Flüssigkeitszufuhr
  • Nahrungsergänzungen: Effekte und mögliche Nebenwirkungen

Spezielle Themen der Sporternährung

  • Ernährung bei Höhentraining sowie vegetarische Ernährung
  • Sport unter extremen klimatischen Bedingungen (Hitze, Kälte)
  • Mögliche Nährstoffdefizite
  • Beeinflussung der Ermüdung durch gezielte Ernährungsstrategien
  • Bedeutung/Einfluss der Ernährung nach Sportverletzungen
  • Zusammenhang zwischen Ernährung und Infektanfälligkeit
  • Physiologische/psychologische Aspekte von Essstörungen
  • Nahrungsergänzungen, Doping und rechtliche Aspekte

Als studierter Wirtschaftsinformatiker sind das für mich sehr viele Disziplinen, in denen ich im Gegensatz zu meinen Kommilitonen aus den Bereichen Physiotherapie nicht auf ein vergleichbar breites Vorwissen bauen kann. Nichtsdestotrotz – oder vielleicht auch gerade deshalb – freue ich mich sehr auf intensive und lehrreiche zwei Jahre.

Eine Unsicherheit bleibt noch. Man hat mich im Vorfeld informiert, dass das Wahlfach «Ernährungswissenschaft» bei zu geringen Anmeldungen allenfalls nicht durchgeführt werden kann. Sollte das der Fall sein, werde ich mich für die Module in den Bereichen «Sportpsychologie» oder «Coaching» einschreiben. Bis es soweit kommt, bleibe ich allerdings zuversichtlich, dass ich mein Studium wunschgemäss absolvieren kann. Spätestens Ende April 2016 sollte ich Bescheid wissen.